Bevor sich bei mir die Hellsinne geöffnet haben, war mein Leben geprägt von dieser grossen Sehnsucht, wieder in Kontakt mit der geistigen Welt zu gelangen. Ziemlich naiv – wie ich es rückblickend beurteilen würde – ging ich davon aus, wenn ich erst einmal diese Verbindung zum Göttlich-Geistigen wieder hergestellt hätte, wäre mein Leben ein Leichtes, nur noch erfüllt von Freude, Harmonie, Fülle und Liebe…
Doch wie ich ziemlich enttäuscht feststellen musste, bleibt das Leben auf dieser Erde geprägt von Herausforderungen, Schmerz, Verlust oder Entbehrungen – auch wenn man in so regem Austausch mit der geistigen Welt steht wie ich seit mittlerweile bald einem Jahr. Lange Zeit habe ich mich deswegen immer wieder meinen geistigen Helfern gegenüber verschlossen, habe sie angeprangert und mit ihnen gehadert, warum sie mich nicht vor diesen leidvollen Erfahrungen bewahren würden. Wo liegt denn da bitteschön der Sinn darin, sich zuerst mit Disziplin, allerlei Übungen und Verzicht diesen Kontakt mit den höheren geistigen Wesenheiten zu erarbeiten, wenn ich dann trotzdem nicht fortwährend glücklich bin und in immerwährender Ekstase schwebe sozusagen?!
Stattdessen habe ich den Eindruck, dass sich nur das Tempo um ein Vielfaches erhöht hat, in dem sich Phasen der Freude und Zufriedenheit abwechseln mit krisenhaften Phasen. Haben sich diese Prozesse früher über mehrere Jahre hinweg ausgedehnt, geschehen solche Lern- und Entwicklungsprozesse innerhalb weniger Tage oder Wochen – was, gelinde gesagt, ziemlich anstrengend für Körper und Seele ist.
Doch in den letzten Tagen – passend vielleicht gerade auch zur Karwoche und dem Ostergeschehen – durfte ich dazu allerlei Einsichten gewinnen. Zu allererst einmal wurde ich wieder daran erinnert, dass ich zu Beginn, als sich die Fähigkeit des Channelns bemerkbar machte, keineswegs solch egoistischen Gedanken nachgehangen bin, dass ich für mich ein besseres Leben „erchanneln“ sozusagen möchte, sondern meine neu erlangten Fähigkeiten vor allem in den Dienst der Allgemeinheit stellen möchte, da mir – damals zumindest noch – sehr bewusst war, dass ich derartige Mitteilungen aus der geistigen Welt nicht nur zu meinem alleinigen Weiterkommen und für meine eigene persönliche Weiterentwicklung allein erhalte – also konnte ich mich von dieser egoistischen Einstellung, die mich zwischenzeitlich überkommen hatte, wieder befreien und beginnen, mich darauf auszurichten, worin denn die „goldenen Gaben“ meiner Erlebnisse und Erfahrungen liegen.
Und siehe da, als ich mich mit diesem neuen Fokus und dem wiedererlangten Vertrauen darein, dass ich mich nicht mit irgendwelchen boshaften Geistern verbunden hatte, denen es das grösste Vergnügen bereitete, mich zu piesacken und zu plagen, sondern mit liebevollen Wesenheiten, die mich mit viel Weisheit und einer grösseren Überschau als es mir möglich ist, auf meinem Lebensweg begleiten, wiederum mit offenem Herzen der geistigen Welt zuwandte, eröffneten sie mir ganz neue Perspektiven auf meine Erfahrungen und offenbarten mir die „goldenen Gaben“, die in den jeweiligen Erlebnissen verborgen lagen.
„Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott“ ist ein Sprichwort, das ich in meiner Kindheit noch häufig gehört habe, und nach dem, was ich immer wieder erlebe, aber auch beim Channeln empfange, steckt darin durchaus etwas Wahres. Denn dadurch, dass die lichtvolle geistige Welt unseren freien Willen respektiert, drängt sie sich uns nicht von sich aus auf, sondern wartet, bis sie eingeladen wird, bis wir uns ihr anvertrauen und um Gnade oder Hilfe bitten. Dafür muss ich mein Herz aber von vorwurfsvollen oder anklagenden Gedanken befreien – und das ist diese Art von Selbsthilfe, die wir alleine leisten müssen, bevor die Hilfe unserer geistigen Helfer in Form von Liebesenergien, die uns über jeden noch so tiefen Abgrund hinwegzutragen in der Lage sind, zu fliessen beginnen kann. Das beste Mittel dafür ist gemäss meiner Erfahrung ein Empfinden von Dankbarkeit für alle diejenigen Situationen in meinem Leben, in denen ich mich schon geführt, getragen, unterstützt und begleitet gefühlt habe. Wenn ich mich dafür wieder öffne, beginnt die Liebe zu fliessen, und ich kann somit die Richtung der Spirale, in die mich meine Angstgedanken geführt haben, umkehren.
Nachdem ich mich also neu ausgerichtet hatte, wurde ich daran erinnert, dass ich mir dereinst gewünscht hatte, Dankbarkeit zu lernen, meine Angst vor dem Versagen und vor Verlust zu überwinden sowie bedingungslos zu lieben lernen – zugegeben, vielleicht habe ich mich damals ziemlich überschätzt… Und obwohl ich noch nie ein Fan der Konfrontationstherapie war, nutzt mein geistiges Team mitunter auch diese Methode – sehr zu meinem Missfallen zwar, aber, was soll ich sagen: Es funktionierte!
So wurde ich z.B. in der letzten Zeit immer wieder mit kleineren und grösseren Verlust-Erfahrungen konfrontiert. Dabei durfte ich lernen, dass ich selbst die Entscheidung in der Hand habe, ob ich meine Wahrnehmung ausschliesslich auf den Verlust und die Trauer und den Schmerz darüber ausrichte – und mir dadurch auch noch meine schönen Erinnerungen, die ich ja immer noch hatte, und die mir niemand wegnehmen konnte, verderbe, weil ich mich z.B. vor lauter Angst vor dem Schmerz, der mich dann überkommen würde, nicht mehr getraute, Fotos anzuschauen oder Texte zu lesen, die mich ja doch nur an das verlorengegangene Glück erinnern würden – oder aber, ob ich mich nicht lieber darauf ausrichten möchte, dankbar zu sein, so reich beschenkt worden zu sein und mich an dem zu freuen, was mir geblieben ist – nämlich den schönen Erinnerungen und den wunderbaren Texten, die ich immer und immer wieder lesen und mich dadurch in die ursprüngliche Stimmung versetzen kann. Denn das durfte ich auch erfahren: Wenn ich den Mut aufbringe, mich nicht in Erwartung des Schmerzes vor all meinen Erinnerungen zu verschliessen, dann versetzen sie mich nämlich gleich wieder in die Stimmung, die ich damals tatsächlich gefühlt habe, dann kann ich also auch die Empfindung von Glück, Freude, Verliebtheit etc. wieder heraufbeschwören und bemerke, dass das Gefühl von Verlust nur eine Illusion ist.
Darüber hinaus wurde mir in diesen Verlust-Erfahrungen vor Augen geführt, für wie selbstverständlich ich so vieles nehme, solange ich es zu besitzen vermeine oder nicht die ganze Zeit daran denke, dass ich es eines Tages verlieren oder wieder loslassen müssen könnte. Eine etwas schmerzhafte Methode zwar, um mich Dankbarkeit zu lehren, aber – wie ich zumindest hoffe – dennoch sehr wirksam, denn ich möchte mich jetzt mehr und mehr darauf besinnen, schon während ich mich an etwas erfreuen darf, dankbar dafür zu sein – und nicht zu warten, bis es mir wieder weggenommen wird, um erst dann zu schätzen, was ich davor alles hatte…
Und so gelingt es mir nun, mit Unterstützung meiner geistigen Begleiter, nicht nur immer und immer wieder den Prozess von Erfahrung – Reflektion – Integration zu wiederholen, ohne mich wirklich darüber hinaus zu entwickeln. Die grosse Bereicherung, die der Kontakt mit der geistigen Welt nämlich mit sich bringt, liegt für mich nunmehr nicht darin – wie ich ursprünglich gehofft hatte – dass sie mir alle Hindernisse aus dem Weg räumen, mich vor jeder Schwierigkeit warnen und vor jeglicher Herausforderung bewahren, sondern dass sie mich durch all diese – zwar unangenehmen, doch in aller Regel sehr sinnvollen und lehrreichen – Erfahrungen hindurchbegleiten; und zwar bis und mit dem wichtigen letzten Schritt der Transformation, vor dem ich bis jetzt allzu oft zurückgeschreckt bin und mich deswegen auch nie wirklich von meinen Ängsten befreien konnte, weil ich sie, statt ihnen ins Gesicht zu sehen, lieber unterdrückt habe.
Darin liegt für mich auch der tiefere Sinn des Ostergeschehens verborgen: Mich nicht nur immer mehr und mehr mit der Materie, dem Körper, der Persönlichkeit verbinden und all das Leid und den Schmerz erfahren, bis ich im Tod dieses so dicht gewordene Erdenleben endlich abstreifen kann – und erst im Nachtodlichen all die Erlebnisse und Erfahrungen gemeinsam mit dem Christus zu verarbeiten, um es in einem neuen Erdenleben womöglich besser zu machen. Sondern schon während der Zeit hier auf Erden – und zwar mit Hilfe und Unterstützung des Auferstandenen, mit dessen Auferstehungsleib wir in unmittelbarer Berührung stehen über unsere Ätherhülle – immer wieder kleine und grössere Momente der Auferstehung feiern; nämlich dann, wenn es mir gelungen ist, meine Persönlichkeit nicht so verbissen ernst zu nehmen, jede Erfahrung als wertvoll und interessant anzusehen und – durch eine liebevolle und nicht angsterfüllte Betrachtungsweise – aus dem Leid, das mir widerfahren ist, einen Nutzen für mich und andere zu ziehen, das Gift zu Medizin oder das Blei sozusagen in Gold zu verwandeln.
Für mich liegen diese goldenen Gaben mittlerweile darin, mit jedem Prozess, den ich gerade durchmache, das Vertrauen darauf zu stärken, dass meine geistigen Begleiter schon wissen, was sie tun, und dass es letztendlich zum Wohle von mir oder der Menschheit geschieht. Und die Transformation, die ich mir erhoffe, besteht darin, mich immer schneller daran zu erinnern, dass wir liebevoll begleitet werden und in diesem Vertrauen den Fokus auf die goldenen Gaben auszurichten, statt mich allzu lange zu bedauern und zu beweinen und mit meinem vermeintlich so bösartigen Schicksal zu hadern. Denn so lange ich mich nur auf Angst, Hass und Zweifel ausrichte, verschliesse ich mich für die Erfahrung der Liebe und füge mir damit selbst den allergrössten Schmerz zu. Insofern ist jedes Erlebnis, das mich zurzeit herausfordert, im Endeffekt sozusagen nichts anderes als ein Fitness-Training für meinen Liebesmuskel und meine Mutkraft – liebevoll für mich zusammengestellt und vorbereitet von meinem geistigen Team 😉
Danke vielmals für diesen schönen Text. Er ist sehr heilsam und bringt mich zurück ins Vertrauen, ins Ja. Anstatt mich gegen aktuelle Gegebenheiten zu sperren, sie nicht annehmen zu können. Danke.
Liebe Erendira!
Herzlichen Dank für dein Feedback. Es freut mich sehr, wenn die Texte hier auf meiner Website dazu beitragen können, Vertrauen und Zuversicht in diesen immer komplexeren Zeiten zu vermitteln. Ich wünsche dir auch weiterhin alles Liebe und Gute, Andrea