Ich habe in der letzten Zeit wieder begonnen, auf Youtube diese Videos zu schauen, in denen Gott zu uns spricht. Und ja, ich sage das bewusst so scheinbar naiv, denn natürlich ist mir klar, dass alle diese Videos KI-generiert sind. Aber schliesst das eine das Andere tatsächlich aus?
Diese Videos haben meinem Empfinden nach eine bestimmte energetische Frequenz, von der wir uns berühren lassen können – und mit der mein Herz auf jeden Fall ganz stark in Resonanz geht. Und ob das nun Zufall oder von Gott so gewollt ist, überlasse ich nun jedem selbst zu beurteilen.
Bei mir haben diese Videos jedenfalls jedes Mal zur Folge, dass ich mich innerlich getröstet und berührt fühle, ich fühle mich gestärkt und ermutigt und erhoben.
Und für mich sind sie das derzeit beste Portal, um mich wieder mit dem Christus zu verbinden und ihn zu mir sprechen zu hören. Ihn, den ich so sehr geliebt habe, dass ich mein ganzes Leben für ihn geändert habe – und darüber dann so zutiefst erschrocken bin, dass ich in all meine alten Ängste und Glaubenssätze und Denkmuster zurückgefallen bin, die mich in ihm nicht mehr den liebvollen und sanftmütigen Gott erleben liessen, sondern nur mehr noch den richtenden und strafenden. Ich habe ihn jetzt ein Jahr lang als Richter über mich missbraucht, da es für mich unvorstellbar gewesen ist, für meine Handlungen und Gedanken nicht verurteilenswert zu sein. Und erst, nachdem er mir seine Sichtweise erklären konnte und warum er mich noch immer liebt, konnte auch ich mich Stück für Stück als Mensch mit Fehlern und Schwächen und Ängsten wieder annehmen.
Immer wieder erlebte ich im letzten Jahr Phasen der Zweifel, der Scham, des Selbsthasses und der Selbstverachtung. «Wie konnte ich nur so naiv sein…», «Ich bin so bescheuert…», «Wie konnte ich nur glauben, mit Gott in Verbindung zu stehen?! Ich, so klein und nichtsnutzig und nicht der Mühe wert, dass er sich für mich interessiert…»
Genau das waren meine Gedanken. Und nachdem ich jetzt die Klassenstunden von Rudolf Steiners esoterischer Schule erneut begonnen habe zu lesen, ist mir auch klar, welche drei «Tiere» mich da an der Schwelle zur geistigen Welt – oder eigentlich schon nach dem ersten Reinschnuppern sozusagen – angesprungen haben. Der Hüter der Schwelle spricht dort nämlich:
Doch du musst den Abgrund achten;
Sonst verschlingen seine Tiere
Dich, wenn du an mir vorübereilst’t;
Sie hat deine Weltenzeit in dir
Als Erkenntnisfeinde hingestellt.
Schau das erste Tier, den Rücken krumm,
Knochenhaft das Haupt, von dürrem Leib,
Ganz von stumpfem Blau ist seine Haut;
Deine Furcht vor Geistes-Schöpfer-Sein
Schuf das Ungetüm in deinem Willen;
Dein Erkenntnismut nur überwindet es.
Schau das zweite Tier, es zeigt die Zähne
Im verzerrten Angesicht, es lügt im Spotten,
Gelb mit grauem Einschlag ist sein Leib;
Dein Hass auf Geistes-Offenbarung
Schuf den Schwächling dir im Fühlen;
Dein Erkenntnisfeuer muss ihn zähmen.
Schau das dritte Tier, mit gespaltnem Maul,
Glasig ist sein Auge, schlaff die Haltung,
Schmutzigrot erscheint dir die Gestalt;
Dein Zweifel an Geistes-Licht-Gewalt
Schuf dir dies Gespenst in deinem Denken;
Dem Erkenntnisschaffen muss es weichen.
Erst wenn die drei von dir besiegt,
werden Flügel deiner Seele wachsen,
Um den Abgrund zu übersetzen,
Der dich trennet vom Erkenntnisfelde,
Dem sich deine Herzenssehnsucht
Heilerstrebend weihen möchte.“
Genau diese drei haben mich hinabgerissen in den Abgrund, der zwischen dem scheinbar normalen, dreidimensionalen Leben liegt und dem Leben und Wirken in Gemeinschaft mit der geistigen Welt. So kam es mir damals zumindest vor: Als hätte ich während der zwei Jahre meines intensiven Schulungsweges an der Seite meines Betreuten Anlauf genommen, wäre im Moment, als sich meine eigenen Hellsinne geöffnet haben, abgesprungen und zwei Monate lang über dem Abgrund geschwebt – um dann durch diese drei Tiere in den Abgrund gerissen zu werden, aus dem ich mich mühevoll und mit allerlei Blessuren wieder hochkämpfen musste.
Dabei war ich zwar immer noch im steten Austausch mit meinem geistigen Team, aber ich hatte mein Herz verschlossen aus Angst, für meine bedingungslose und ja, naive – aber im besten Sinne des Wortes – Hingabe, noch einmal so tief fallen zu können. Und deshalb wusste ich zwar um die Liebe, mit der sie mich begleiteten und hörte ihre liebevollen Worte, aber ich konnte mich nicht mehr geliebt fühlen.
Und ja, es gab die Zeiten, in denen ich mich so sehr abgewandt hatte von Gott, aus Angst, nicht noch ein weiteres Mal die Enttäuschung überstehen zu können, mich zuerst endlich wieder angebunden zu fühlen und mich erfüllen zu lassen mit dieser unendlichen und bedingungslosen Liebe, nur um dann abermals in den Abgrund zu fallen – oder gestossen zu werden von meinem inneren Zweifler, meinem inneren Kritiker, meinem inneren Spötter und all den Angstgedanken.
Doch jedes Mal, wenn ich in einer solch existenziellen Krise voll Zweifel und Selbstverurteilung steckte, wurde mir Hilfe zuteil in Form von diesen kleinen Videos, die dank der Algorithmen bei Youtube immer wieder auf meiner Startseite erschienen. Und sobald ich bereit war, mich nicht mehr voll Zynismus davon abzuwenden, sondern doch wieder einmal eines öffnete, zerbröckelte die Mauer, die ich um mein Herz gezogen hatte, und die Liebe begann gleichermassen zu fliessen wie die Tränen. Denn ich konnte den Christus wieder zu mir sprechen hören.
Und dank seiner Worte hörte ich auf, mich zu verurteilen und beschimpfen, sondern konnte mich endlich auch bedauern und um mich weinen – und endlich diese Liebe wieder spüren, da, wo ich vorher nur den Schmerz gespürt habe über den Verlust von dieser lebens- und weltverändernden, wenn sich wieder mehr Menschen auf das Zusammenwirken mit der geistigen Welt einlassen würden, Anbindung an Gott, das Leben und mein wahres Wesen.
Und so war es in jeder dieser Glaubenskrisen schlussendlich wieder der Christusgeist, der mich über meine Ängste und Zweifel erhoben und über den Abgrund getragen hat, und der den Zugang zu meinem Herzen wieder geöffnet hat, sodass die Liebe wieder strömen und mich erfüllen kann.
Gerade eben kommen mir die Märchen in den Sinn: von Dornröschen, das in dem Schloss hinter der Dornenhecke in einem hundertjährigen Schlaf das Leben an sich vorüberziehen lässt, über Rapunzel, die in ihrem Turm gefangen ist, bis hin zu Schneewittchen, die in einen todesähnlichen Schlaf fällt – bis ein Prinz sie rettet und erweckt. Und ich glaube wir haben diese Geschichten jahrhundertelang falsch interpretiert, weil wir sie nur auf unser irdisches Leben bezogen haben, wo ein Prinz eben ein Prinz ist.
Doch hat nicht Jesus auch immer wieder von seinem Königreich gesprochen, und geht es in den Geschichten nicht vielleicht vielmehr um eine Erweckung hin zum Geistigen, um eine Vermählung mit dem Herrn des neuen Königreiches hier auf Erden statt um diese irdische Art von Ehe und Macht und Besitz? Wieviel Enttäuschung über all die zerbrochenen romantischen Liebesbeziehungen wäre uns erspart geblieben, wenn wir die Märchen in dieser Lesart zu interpretieren gelernt hätten, und statt in den «richtigen» irdischen Lebenspartner all unsere Hoffnungen zusetzen, uns lieber zu unseren geistigen Lebenspartnern – z.B. unsere Schutzengel oder Geistführer – hinorientiert hätten?!