Ich sitze hier in der Toskana und lasse mir gerade von einem kleinen Tier, auf das ich ganz und gar voll Panik reagiere, weil ich es nicht nur abgrundtief eklig finde, sondern mich auch vor seinem Stachel ängstige – obwohl ich selbst dieses Tier in meinem Sternzeichen trage – sozusagen das ganze Leben, das ich mir hier während der letzten Jahren aus meinen Träumen und meiner Sehnsucht erschaffen habe, aus den Adern saugen.
Denn seit ich es heute Morgen nicht mehr in dem Insektenfänger finden konnte – und auch sonst in der gesamten Wohnung nicht – in dem ich es gestern vor dem Schlafengehen sicher verwahrt meinte – da ich es nicht umbringen wollte, es mir aber auch nicht sicher genug erschien, es einfach in den Garten zu werfen, von wo aus es ja wieder in mein Schlafzimmer hätte krabbeln können, und es deshalb erst am nächsten Tag mit dem Auto irgendwo weit weg hinbringen wollte, von wo aus es mir nicht mehr so bedrohlich erschienen wäre – hat mich die Angst so fest im Griff, dass ich mich nicht mehr auf das konzentrieren kann, was ich mir eigentlich zu tun für heute vorgenommen habe, sondern nur noch mit Angst im Nacken und besorgtem Blick durch die Wohnung tigere und alles in die Hand nehme und umdrehe um zu überprüfen, ob es sich darunter oder dahinter vielleicht verkrochen hat – nicht sicher, ob ich mir eher wünschen sollte, es zu entdecken oder nicht. Doch ja, so sehr es mich bestimmt erschrecken würde, es auf der Rückseite eines Tabletts oder am Boden einer Obstschale zu sehen, so sehr wäre ich eben auch erleichtert, die Situation wieder unter Kontrolle und mein Leben somit wieder im Griff zu haben.
Denn genau das ist es, was passiert, wenn ich dieser Angst die Macht über mein Denken, Fühlen und Wollen überlasse: Ich kann mich an alldem nicht mehr erfreuen, wofür ich mich gestern noch so dankbar gefühlt habe – nämlich jetzt hier in dieser schönen Ferienwohnung in meiner Lieblingslandschaft mit ihren sanften Hügeln, den pittoresken Zypressenalleen und auch dem Wind, der hier immer wieder ein Lied erzählt, zu leben und zu arbeiten – oder worauf ich mich heute Morgen so gefreut habe: nämlich gleich wieder eine neue Wochenbotschaft für euch zu erchanneln. Stattdessen fühle ich mich verängstigt und an Leib und Leben bedroht – was unsinnig ist angesichts der Kleinheit dieses Tieres – und statt zu einem sicheren Hafen ist diese Wohnung zu einem Gefängnis geworden, in dem ich mit einem gefühlt übermächtigen Gegner eingeschlossen bin. Und natürlich weiss ich, dass ich mich mit all diesen Gedanken selbst sabotiere, und dennoch ist es nicht so einfach, mich wieder etwas anderem zuzuwenden und mir die Macht zurückzuholen.
Nur dadurch, dass ich mich an den Computer gesetzt habe und diesen Blogbeitrag zu schreiben beginne, kann ich mich wieder auf etwas anderes konzentrieren und gleichzeitig ist es das Beste, was ich mr dafür habe aussuchen können, meiner Angst Herr – oder in meinem Fall vielleicht eher Frau – zu werden: Denn nicht nur nehme ich ihr ihren Stachel sozusagen dadurch, dass ich sie zu einem kreativen Ausdruck von mir selbst nutze, sondern ich entziehe mich ihr und lasse nicht mehr zu, dass sie mich von meinem Tagwerk abhält.
Und auch wenn ich diese Angst noch immer in mir spüre, so erlaube ich ihr nun nicht mehr, mein ganzes Handeln zu bestimmen. Ich entziehe ihr zwar nicht die ganze Aufmerksamkeit, und ich lasse sie auch zu – aber ich entscheide mich dafür, mich nicht mehr in meinen Handlungen von ihr führen und leiten zu lassen. ich entziehe ihr die Macht über das, was ich als den Teil von mir beschreiben möchte, der sich für diese Arbeit hier bereitgefunden hat: nämlich sich auch in seinen ängstlichsten – und damit auch verletzlichsten – Momenten hier zu zeigen, damit er sich über diese Art von inneren Prozessen so inhaltlich direkt und klar zu schreiben in der Lage sieht.
Und so habe ich nun zum ersten Mal in meinem Leben das getan, was mir mein geistiges Team schon oft geraten hat: „Setz dich hin und schreib über das, was dir das Leben gerade so unerträglich erscheinen lässt.“ Und genau damit habe ich mich jetzt auf die Seite der Liebe gestellt und mit meinem Handeln die Liebe in mein Leben eingeladen. Und indem ich mich von dem habe führen und leiten lassen, was mir mein geistiges Team empfohlen hat, bin ich über meine Angst hinausgehoben worden und kann jetzt auch wieder diese Liebe in mich einströmen fühlen, die ich zwar vorher auch schon anwesend gewusst habe, aber sie nicht spüren konnte, weil sich durch diese Angst alles in mir zusammenzog und sich nicht geöffnet hat für diesen Strom von Lebensenergie, der mich mit Zuversicht und auch Vertrauen jetzt wieder erreicht.
Und mit dieser Art von Liebesenergie geladen, kann ich mir plötzlich wieder vorstellen, dass es sich für mich sogar noch sicher anfühlen könnte, das Zimmer mit diesem unliebsamen Mitwesen zu teilen, weil ich mich wieder im Vertrauen befinde, dass es mich schon nicht umbringen wird – und wenn es das doch tut, dann hätte es eben genau so sein sollen. Und genau das ist es doch worauf es ankommt im Leben: Sich diese Art von Urvertrauen nicht nehmen zu lassen – oder sie sich da, wo man sie bereits abgegeben hat, mit aller Macht zurückzuholen. Und genau das kann man am besten, wenn man sich mit ihr zusammen unterhält über alles das, wovor man sich so fürchtet, dass man glaubt verrückt zu werden – denn genau das ist es doch, was passiert, wenn man sich von der Angst gesteuert zu werden erlaubt, und sich nicht mehr für die Liebe zu öffnen in der Lage wähnt.
Und sich mit dieser Art von Urvertrauen – oder eben der Liebe oder dem Leben oder Gott – zu unterhalten ist das, wovon sich früher noch die Menschen in einer ganz gewohnheitsmässigen Weise wieder aufgerichtet oder getröstet oder eben auch ermutigt haben fühlen dürfen, weil sie sich noch ganz intuitiv an eine höhere Wesenheit zu wenden bereit gewesen sind, und es ihnen nicht zu naiv vorgekommen ist, sich in deren Macht zu begeben und ihr Schicksal in deren Hände zu legen. Und nur heute ist es immer wieder so, dass ihr euch selbst am besten zu leiten in der Lage zu sein vermeint, und dennoch nicht versteht, dass sich das Zeitalter, in dem man sich vom göttlichen Wesenskern als abgespalten zu erfahren gehabt hat, mittlerweile mit all seinen Schrecknissen und auch Zerwürfnissen und dem, was ihr als diese Art von sich über alle anderen zu stellen und sich diese Macht mit allen nur erdenklichen Grausamkeiten zu ermorden nicht zurückscheuenden Menschen in Erfahrung gebracht habt, schon lange einem Ende zuneigen möchte.
Und dennoch ist es nicht mehr ausgeschlossen, sich mit dieser Art von Kampf ums Dasein als etwas Angsterfülltes und Machtbegieriges auch weiterhin noch zu erfahren. Denn wenn man sich mit dieser Art von Lebensaufgabe bis jetzt zu auseinandersetzen noch nicht bereit gewesen ist, sich wieder mit der Art von Liebe zu vereinen, mit der man sich nicht mehr zu urteilen in der Lage sieht und sich dafür auch nicht mehr hergeben will, die ganze Zeit nur andere dafür verantwortlich zu machen, mit was man sich im Leben alles herumzuschlagen hat, und sich stattdessen selbst einmal als diejenige Kraft betrachtet, die sich ihr ganzes Leben über schon immer nur genau diese Art von Erfahrungen geschaffen hat, worauf sie sich am allermeisten – und das mit ihren stärksten Gefühlen und Gedanken – ausgerichtet hat, dann ist das zwar im ersten Anlauf nicht wirklich angenehm; und dennoch ist es das, wofür ich euch nun schon seit mittlerweile fast einem ganzen Jahrhundert immer wieder einlade.
Denn im Angesicht eurer eigenen, als Schwäche oder Fehler euch selbst angekreideten, Handlungen – und damit eben auch Schöpfungen, denn mit jedem noch so kleinen Akt, den ihr aus euch heraus schöpft, seid ihr doch diese Art von Schöpferwesen, nur dass ihr euch für eure Schöpfung dann nicht zur Verantwortung ziehen lassen wollt, sondern euch lieber ausweint und bejammert und euch dann wieder zu mir hingezogen fühlt, wenn ich diese Art von Bedingungslosigkeit auf euch anwende – entwickelt ihr euch mit etwas Absicht (oder eben auch als Intention bezeichnet) zu genau dem, wofür ich euch in allererster Linie zu leben aufgefordert habe: Nämlich diese Art von sich selbst zu lieben und zu akzeptieren lernen im vollen Bewusstsein um seine eigenen schöpferischen Fähigkeiten. Und wenn man sich dann erst einmal von dieser Art von Liebe, mit der ich euch erfülle, auch angesichts der Fehler und der Handlungen, für die ihr euch im Nachhinein vielleicht am liebsten im Erdboden verkriechen würdet vor Scham, erfüllt sieht, ist man sich seiner selbst nicht wirklich treu, wenn man sich selbst immer noch verurteilt, und sich vielleicht von dieser Art von Liebe überfordert fühlt, weil ihr euch selbst dafür nicht in der Lage seht, sie anzunehmen.
Und sich selbst diese Art von Liebe – nämlich diese Art von Bedingungslosigkeit – nicht zuzugestehen, bedeutet eben leider auch, dass ihr euch selbst als Richter – oder sogar Henker – übereinander zu urteilen das Recht nehmt (oder auch manchmal an andere abgebt, je nach Gesellschaftsstruktur), und dabei dann so gerne darauf vergesst, dass sich in jedem von euch in seinem wahren Wesenskern nur diese Art von Liebeskraft zum Ausdruck bringen will. Und wenn man sich darauf viel eher zu fokussieren in der Lage ist, dass sich in jedem Menschen die Art von Liebe zum Ausdruck bringen möchte, die er sich für dieses Leben zu erfahren nun einmal ausgesucht hat, dann wird man sich in der Beurteilung seiner Handlungen vielleicht viel eher davon leiten lassen, worin sich diese Liebe zeigt.
Und nun habe ich also doch noch diese Wochenbotschaft gechannelt, von der mich meine Angst beinahe abgehalten hätte! Denn in dem Moment, wo ich mich von der Angst nicht mehr habe paralysieren lassen, sondern mich ausgerichtet habe auf, das, was mir mein geistiges Team so oft schon empfohlen hat, bin ich bereit gewesen, mich der Liebe wieder hinzugeben – und so hat sie sich durch mich in diese Nachricht hinein ergossen.